Was für ein Abend am anderen Ende der Stadt! Mit nur 7 Feldspielern und zwei Torhütern im Aufgebot reisten wir zum Auswärtsspiel – der Gegner dagegen mit voller Bank: zwölf Feldspieler plus Torwart. Die Rollen schienen vor dem Anpfiff klar verteilt, doch was dann folgte, war ein Handball-Krimi, der an Spannung kaum zu überbieten war.
Von Beginn an begegneten sich zwei absolut gleichstarke Mannschaften auf Augenhöhe. Bis zur 15. Spielminute lagen wir entweder mit einem Tor in Führung oder es stand unentschieden. Kein Team konnte sich entscheidend absetzen. Jeder Treffer wurde sofort beantwortet, jeder kleine Vorsprung postwendend egalisiert.
Mit zunehmender Spieldauer nahm das Tempo weiter zu. Zur Halbzeit hatte die Führung bereits mehrfach gewechselt. Mal jubelten wir, mal der Gegner – ein Schlagabtausch, bei dem beide Angriffsreihen nahezu nach Belieben trafen. Die Anzeigetafel lief heiß, die Abwehrreihen dagegen hatten Schwerstarbeit zu verrichten. Und trotzdem haben wir unsere Torhüter zu oft alleine gelassen.
In der zweiten Hälfte wurde es dann endgültig dramatisch. Die Führung wechselte gefühlt nach jedem zweiten Tor. Insgesamt unglaubliche 29-mal stand es unentschieden – eine Zahl, die die Ausgeglichenheit dieses Spiels eindrucksvoll widerspiegelt. Beim Stand von 36:36 ertönte schließlich die Schlusssirene. Ein torreiches Spektakel – sicherlich kein Glanzstück für unsere Abwehr.
Und doch: Noch mehr Gegentreffer wären durchaus möglich gewesen. Unser Torhütergespann zeigte zahlreiche starke Paraden und hielt uns mit wichtigen Saves immer wieder im Spiel. Gerade in Phasen, in denen die Kräfte schwanden und wir mit nur einem Feldspieler auf der Bank kaum rotieren konnten, waren diese Paraden Gold wert. Dieser Punkt geht an euch.
Mit so kleinem Kader gegen einen direkten Tabellennachbarn zu bestehen, war alles andere als selbstverständlich. Natürlich bleibt ein kleiner Wermutstropfen: Mit etwas mehr Cleverness, konsequenterem Abwehrverhalten oder weniger unnötigen Fouls – etwa das dumme Schlagen auf die Wurfhand des Gegners beim Freiwurf – hätten wir vielleicht sogar beide Punkte entführen können.
Doch unter diesen Voraussetzungen einen Punkt aus der Halle des direkten Konkurrenten mitzunehmen, fühlt sich am Ende fast wie ein kleiner Sieg an.
Ein 36:36, das Kraft gekostet hat. Ein 36:36, das Charakter gezeigt hat. Und ein 36:36, das beweist: Mit Herz, Leidenschaft, Teamgeist und unermüdlichem Einsatz kann man auch mit kleinem Kader Großes leisten.
HC Pankow
